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Wie harte Kontaktlinsen Sehfehler ausgleichen können

Kontaktlinsen können unter Umständen eine gute Alternative zur Brille sein, sollten aber gut auf das Auge abgestimmt werden, um die bestmögliche Sehschärfe zu erreichen und Schäden an der Hornhaut zu vermeiden.

Die meisten Sehschwächen lassen sich mit einer Brille ausgleichen, die man in vielen Fällen auch durch Kontaktlinsen ersetzen kann. Bei einigen Augenerkrankungen sind letztere sogar deutlich besser geeignet, beispielsweise bei einem Keratokonus, einer außergewöhnlich starken Hornhautverkrümmung, die sich mit Brillengläsern in der Regel nicht vollständig ausgleichen lässt. Harte Kontaktlinsen sitzen hingegen direkt auf dem Auge auf und können daher oft auch in solch schwierigen Fällen zu einer deutlichen Verbesserung des Sehvermögens beitragen.

Viele Menschen tragen Kontaktlinsen aber hauptsächlich, weil sie im Alltag auf eine Brille verzichten möchten und nicht, weil diese für die Korrektur ihrer Sehschwäche nicht ausreichend wäre. In diesem Fall sollte der Augenarzt oder Optiker zunächst prüfen, ob harte oder weiche Kontaktlinsen für den individuellen Bedarf besser geeignet sind. Dies hängt unter anderem davon ab, ob man die Linsen den ganzen Tag über tragen oder nur zeitweilig als Ersatz für die Brille nutzen möchte, beispielsweise beim Ausgehen oder beim Sport. Auch die Ausprägung des Sehfehlers spielt eine große Rolle, da weiche Kontaktlinsen nur bis zu einer bestimmten Dioptrienzahl verfügbar sind. Für Personen mit einer starken Hornhautverkrümmung kommen daher unter Umständen von vornherein nur harte Modelle als Alternative zur Brille infrage.

In den ersten Tagen fühlen sich die harten Kontaktlinsen oft unangenehm an, weil sich die Augen erst an den ungewohnten Fremdkörper gewöhnen müssen. Dies gilt auch für Patienten, die zuvor bereits weiche Linsen getragen haben, da sich diese der Hornhaut anpassen, während die harten Varianten ihre Form auch nach dem Einsetzen ins Auge behalten und sich nicht oder nur geringfügig verbiegen lassen. Daher sollte man die Linsen nicht sofort den ganzen Tag über tragen, sondern zunächst nur für wenige Stunden und die Zeitspanne täglich ein wenig erhöhen. In der Regel verschwindet dabei das unangenehme Kratzen innerhalb kurzer Zeit, sodass man die Sehhilfen irgendwann nicht mehr bewusst wahrnimmt. Dennoch sollte man daran denken, sie jeden Abend herauszunehmen und über Nacht in eine Reinigungslösung zu legen. Außerdem sollte regelmäßig eine Intensivreinigung durchgeführt werden, damit die Kontaktlinsen möglichst lange halten und sich keine Keime und Bakterien darauf sammeln. Die dafür notwendigen Produkte sind beim Optiker, über das Internet und in manchen gut sortierten Apotheken erhältlich.

Einer der Vorteile der harten Kontaktlinsen liegt in der hohen Gasdurchlässigkeit, die zu einer ausreichenden Sauerstoffversorgung der Hornhaut beiträgt. Dennoch sollten Kontaktlinsenträger ihre Augen mindestens einmal jährlich von einem Augenarzt kontrollieren lassen. Dieser kann nicht nur feststellen, ob die Stärke des derzeitigen Modells noch ausreichend ist, sondern auch, ob eventuell Beeinträchtigungen oder Erkrankungen bestehen, die gegen das Tragen von Linsen oder für den Wechsel auf eine andere Linsenart sprechen.