Ein ferngesteuerter Zeppelin kann viel Technik haben
Zeppeline sind Luftfahrzeuge, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden und zum Einsatz kamen. Heute sind sie vorwiegend als ferngesteuerte Modellluftschiffe zu finden.
Luftschiffe waren noch vor Flugzeugen Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts das einzige Transportmittel, mit dem man den Atlantik sicher und zügig überqueren konnte. Daher erlangten sie schon früh eine breite Popularität, sie wurden aber nicht nur für die zivile Luftfahrt genutzt. Luftschiffe kamen auch in Kriegen zum Einsatz, vor allem als Transportmittel für großes, sperriges und schweres Kriegsgerät. Als Transportmittel für schwere Maschinen wollte man ihn auch im einundzwanzigsten Jahrhundert wieder nutzen, allerdings sind Investition in diverse Großprojekte aus verschiedenen Gründen im Sande verlaufen.
Luftschiffe werden nicht durch Strömungsauftrieb über dem Boden gehalten, sondern sie haben einen großen Speicher mit leichtem Gas. Früher verwendete man dafür Wasserstoff, weil es vergleichsweise günstig herzustellen und in ausreichenden Mengen verfügbar war. Wasserstoff reagiert allerdings mit Sauerstoff in der Knallgasreaktion, daher ist es ein gefährliches Auftriebsgas. Heutige Modellluftschiffe nutzen Helium für den Auftrieb. Es ist zwar teurer bei der Herstellung, aber Helium ist auch ein Edelgas. Deshalb reagiert es gar nicht mit anderen Stoffen und kann demzufolge auch nicht verbrennen. Modellluftschiffe haben aber die gleichen aerodynamischen Probleme wie ihre großen Vorbilder, deshalb ist die Bedienung oft schwieriger als die von Modellhubschraubern oder -Flugzeugen, was vor allem mit der Trägheit der Luftschiffe zusammenhängt.
Ein Luftschiff bietet wegen der großen Tanks eine große Luftangriffsfläche, daher kann es nur sehr langsam bewegt werden und es ist Windwechsel und Turbulenzen stärker ausgesetzt als kompakter gestaltete Luftfahrzeuge. Die Größe der Zeppeline bietet aber auch ein weiteres Problem. Wegen den großen Tanks und dem vergleichsweise leistungsschwachen Antrieb auf der Unterseite der Heliumspeicher ist es viel träger und reagiert nicht so schnell auf die Befehle der Fernsteuerung. Das war auch bei den großen Zeppelinen der Fall, deshalb nennt man sie Luftschiffe, weil sich Schiffe ebenfalls träge bewegen. Daher muss der Modellsteuerer seine Aktionen vorausplanen, denn wenn er ein Manöver durchführen möchte, dann muss er die ersten Schritte schon Sekunden oder Minuten vor der Einleitung planen und die Befehle durch die Fernsteuerung an das Luftschiff geben. Da ein ferngesteuerter Zeppelin aber vergleichsweise langsam fliegt, ist er auch weniger gefährlich bei einer Kollision und es treten dabei weniger Schäden auf, sowohl am Modellzeppelin als auch am Gegenstand, mit dem er kollidiert.